
Permanent Make-up verblasst mit der Zeit. Das heißt jedoch nicht automatisch, dass keine Pigmente mehr in der Haut vorhanden sind. Pigmentpartikel verbleiben nach einer Pigmentierung in der Dermis, unter anderem frei im Gewebe und in Fresszellen des Immunsystems.
Warum alte Pigmente sichtbar bleiben können
Die Darstellung zeigt das Prinzip vereinfacht: Bei wiederholtem Nachpigmentieren entstehen keine sauber getrennten Farbschichten. Vielmehr kommen weitere Partikel zu bereits vorhandenen Pigmenten hinzu. Die Pigmentdichte im behandelten Bereich kann dadurch zunehmen.

Je mehr Pigment bereits vorhanden ist, desto wichtiger ist eine ehrliche Beurteilung der Ausgangssituation.
Warum „einfach drüber“ nicht immer die Lösung ist
Neue Farbe entfernt alte Pigmente nicht. Sie kommt zu den bereits vorhandenen Partikeln hinzu. Ist eine Augenbraue schon stark pigmentiert, kann weiteres Pigment das Ergebnis dichter, dunkler oder optisch schwerer wirken lassen. Gerade bei unerwünschter Form oder Farbveränderung lässt sich ein leichtes, natürliches Ergebnis nicht beliebig darüberarbeiten.
Wann eine Aufhellung oder Entfernung sinnvoll sein kann
Eine ärztlich durchgeführte Laserbehandlung kann eine Option sein, wenn die Pigmentierung sehr dicht, dunkel, farbverändert, asymmetrisch oder außerhalb der gewünschten Form liegt. Der Laser fragmentiert passende Pigmentpartikel; der Abtransport erfolgt anschließend schrittweise über körpereigene Prozesse.
Wie viele Sitzungen nötig sind, lässt sich nie pauschal vorhersagen. Entscheidend sind unter anderem Pigmenttiefe und -dichte, Farbe und Zusammensetzung, Alter der Pigmentierung, frühere Behandlungen, Hauttyp, individuelle Immun- und Abtransportreaktion, Laserart und Wellenlänge sowie passende Behandlungsabstände.
Mein Ziel ist nicht, möglichst oft nachzupigmentieren. Mein Ziel ist ein langfristig schönes und natürliches Ergebnis, und manchmal beginnt das mit weniger Pigment.
Zwei Ausgangssituationen, ein gemeinsamer Grundsatz
Nicht jede alte Arbeit muss entfernt werden. Vor einer neuen Pigmentierung sollten Form, Farbton, Pigmentdichte und Hautzustand jedoch immer individuell beurteilt werden.


Besonders sensibel: der Augenbrauenbereich
Die Haut im Augenbereich ist empfindlich. Unpassende Laserparameter oder nicht fachgerechte Durchführung können Verbrennungen, Pigmentveränderungen, Entzündungen und Narben verursachen. Auch unerwartete Farbveränderungen von PMU-Pigmenten sind möglich. Deshalb gehören Indikation, Testung und Durchführung in erfahrene ärztliche Hände.
Die Rechtslage in Deutschland
Für die kosmetische Laserentfernung von Tätowierungen und Permanent Make-up gilt die NiSV. § 5 Absatz 2 stellt diese Anwendungen unter Arztvorbehalt: Sie dürfen nur von approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender ärztlicher Weiterbildung oder Fortbildung durchgeführt werden.
Quellen
- NiSV, § 5 Abs. 2 (Arztvorbehalt)
- Bundesministerium für Umwelt: Risiken bei der Tattooentfernung
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Tattoos und Permanent Make-up sind nicht ohne Risiko
- Kaur RR et al.: Optimising Laser Tattoo Removal, J Cutan Aesthet Surg 2014
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Fragen und Antworten zu Tätowiermitteln
Ich selbst biete keine Laserentfernung an. Dieser Beitrag klärt nur darüber auf, wann eine Aufhellung sinnvoll sein kann. Die Behandlung gehört in ärztliche Hände und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder individuelle Behandlungsberatung.
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